Mit der Sanierung des Breisacher Hofs führt die Freiburger Stadtbau die behutsame Erneuerung eines prägenden Wohnensembles aus der Gründerzeit fort. Die sieben ehemaligen Kasernengebäude von 1903 umfassen insgesamt 155 Wohnungen und prägen städtebaulich den Stadtteil.
Mit dem Abschluss des ersten Bauabschnitts wurden die zwei ersten Gebäude umfassend modernisiert. Die Zahl der Wohnungen konnte dabei durch Dachausbauten und Grundrissanpassungen von 52 auf 56 erhöht werden. Die weiteren Bauabschnitte umfassen die Sanierung von ca. 99 Wohnungen sowie die Verlegung und die Vergrößerung des Schülerhorts. Optimierte Grundrisse, der Anbau von Balkonen und Aufzügen, zeitgemäße Sanitärräume und eine umfassende Erneuerung der technischen Installationen verbessern die Wohnqualität nachhaltig. Die Gebäude erreichen den Energiestandard KfW 85 und werden an die Fernwärme angeschlossen.
Die besondere Qualität des Projekts liegt in der Verbindung von Bestandserhalt und zeitgemäßer Nutzung. Die charakteristische städtebauliche Struktur bleibt ebenso erhalten wie der großzügige Freiraum des ehemaligen Exerzierplatzes, der bis heute das Zentrum des Quartiers bildet. Ergänzt wird die Bestandsentwicklung durch 59 bereits realisierte öffentlich geförderte Neubauwohnungen sowie die schrittweise Modernisierung der sozialen Infrastruktur mit Kindertagesstätte, Jugendzentrum und neugestaltetem Spielplatz durch die Stadt Freiburg.
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, die Erneuerung sozialverträglich umzusetzen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner leben seit Jahrzehnten im Quartier. Durch ein umfassendes Umzugsmanagement wird der Bewohnerschaft ermöglicht, im Quartier zu verbleiben. Über Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ können die Mieten auch nach der Sanierung bezahlbar gestaltet werden.
Besondere Bedeutung kommt dem gemeinsam mit der Technischen Universität München entwickelten Forschungsprojekt „Einfach Sanieren – Einfach Umbauen“ zu. Untersucht wurden Strategien zur wirtschaftlichen, ressourcenschonenden und klimagerechten Modernisierung von denkmalgeschützten bzw. denkmalähnlichen Bestandsgebäuden. Im Mittelpunkt standen die Optimierung der Bauphysik, die Reduktion von CO₂-Emissionen sowie der Erhalt vorhandener Bauteile. Insbesondere die erfolgreiche Ertüchtigung bestehender Deckenkonstruktionen ermöglicht erhebliche Einsparungen bei Materialeinsatz, Bauzeit und Kosten.
Der Breisacher Hof zeigt beispielhaft, wie historische Wohnquartiere durch die Verbindung von sozialer Verantwortung, innovativer Bestandssanierung und nachhaltiger Stadtentwicklung zukunftsfähig weiterentwickelt werden können. Damit wird das Quartier zu einem Modell für die Transformation bestehender Wohnbestände im Spannungsfeld von Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und bezahlbarem Wohnen.
Dieses Projekt teilen:Baujahr:
1903; kein Denkmalschutz, jedoch denkmalähnliche Einordnung
(geplante) Bauzeit:
2023 – 2030er
Nutzungsart:
ca. 155 Wohnungen in 7 Gebäuden
Flächen:
9250 m² Wohnfläche; rd. 400 m² Nutzfläche für Schülerhort
Besonderheiten:
Quartier wurde ins Landesförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ aufgenommen; Barrierefreie Erreichbarkeit der Wohnungen; Unterflurcontainer zur Müllentsorgung; Verbleib der aktuellen Mieter:innen im Quartier, durch Umzugsmanagement, wenn gewünscht
Freiburger Stadtbau
Franz und Geyer Freie Architekten und Partner BDA dwb PartGmbB











