Gemeinsam von der Industriebrache zum urbanen Lebensraum
Der nahegelegene Arbeiterstadtteil Hannover-Linden wuchs im 18. Jahrhundert durch die aufkommende Industrialisierung an das Dorf Limmer heran. Das damalige Auenland wurde ab 1897 Betriebs- und Produktionsstätte der Hannoversche Gummiwerke Excelsior (später Continental AG), welche sich ab 1917 mit dem Bau der Zweigkanäle aus dem Mittellandkanal zu einer von Wasser umrahmten Landzunge umformte. Die Produktion verschiedenster Gummiprodukte für Haushalt und Industrie wurde im Jahr 1999 endgültig eingestellt.
Die Idee, eine innenstadtnahe Industriebrache in ein Wohnquartier am Wasser zu verwandeln, ist bestechend. Das ca. 24 Hektar große Gelände liegt zwischen zwei ruhigen Kanälen, dahinter die grünen Auen mit den Schleifen der Leine und die Herrenhäuser Gärten. Das Umfeld ist geprägt durch Dorf- und Gründerzeitstrukturen, gartenkünstlerische und wissenschaftsgeschichtliche Zeugnisse aus Hannovers Residenzzeit und einiger Industriedenkmäler.
Fast ein Vierteljahrhundert brauchte es von den ersten Planungsansätzen, über den Abriss und die Sanierung des Baugrunds, bis zum Abschluss des ersten Bauabschnitts im Jahr 2025. Nach Jahren eines ausgeglichenen Wohnungsmarktes nahm der Bedarf auch in Hannover stark zu. Es galt daher, eine städtebaulich sinnvolle Bebauungsdichte zu finden – ein Prozess mit erheblichen Kontroversen.
Durch umfassenden Dialog und unterschiedliche Beteiligungsformate entstand der Bebauungsplan „Wasserstadt Limmer Ost“ mit städtebaulichem Vertrag und einem gemeinsam erarbeiteten Gestaltungshandbuch – der verbindliche Rahmen für Interessensausgleich mit Blick auf das soziale und bauliche Gefüge des neuen Quartiers, aber auch auf eine ambitionierte städtebaulich-gestalterische Qualität.
Der 1. Bauabschnitt der Wasserstadt Limmer wurde hochbaulich im Jahr 2019 begonnen, ist heute nahezu fertiggestellt und es leben bereits mehr als 1.000 Menschen in dem neu errichteten Quartier. Dem täglichen Miteinander bietet das Quartier zahlreiche Orte zur zufälligen Begegnung, zum Verweilen im Grünen, für gemeinsame Aktivitäten und Treffen in ruhigen, halbprivaten Innenhöfen. Die lebendige soziale Mischung entsteht durch die Verbindung von Wohnen im Eigentum oder zur Miete, Grundrisse für Singles, Paare und Familien, einen hohen Anteil öffentlich geförderter Wohnungen, einer Kindertagesstätte und Seniorenwohnen, Dienstleistungen und Einzelhandel im Quartier und im Stadtteil.
Das Projekt der Wasserstadt Limmer sieht für das kommende Jahrzehnt zwei weitere Bauabschnitte, sowie den Wiederaufbau ehemaliger Produktionsgebäude als Ort für Kultur, Gewerbe und Wohnen vor.
Dieses Projekt teilen:Geplante Bauzeit:
2019 – 2025
Nutzungsart:
Wohnen (Miete, geförderte Wohnungen & Eigentum), Kita, Pflegeheim, Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, große öffentliche Grünflächen und Spielplätze, unmittelbarer Blick und Zugang in Naturschutzgebiet
Flächen:
BFG: ca. 82.000 m²
Grundstück: ca. 98.000 m² (ca. 237.800 m² 1.-3. BA)
Wohnungen:
555 Wohnungen, 39 Reihenhäuser
Zertifizierungen:
DGNB-Quartierszertifikat Gold, weitere DGNB-Gebäudezertifizierungen
Wasserstadt Limmer GmbH & Co. KG
Spengler & Wiescholek (Städtebau)
GP Hoch- und Ingenieurbau GmbH






