Von Wasser belebt und grünen Ufern gesäumt – ein vielfältiges Stadtquartier wächst zusammen
Gerahmt von den grünen Ufern zweier Kanäle, geformt durch die bedeutsame Geschichte der industriellen Vornutzung und sozial geprägt durch die Gemeinschaft des Stadtteils Limmer und den Bewohnenden des angrenzenden 1. Bauabschnitts, entsteht auf der westlichen Halbinsel der Wasserstadt Limmer eine einzigartige Stadtlandschaft.
In einem städtebaulich-freiraumplanerischen Gutachterverfahren in den Jahren 2021/22 setze sich das interdisziplinarische Team um das Architekturbüro Monadnock aus Rotterdam mit ihrem städtebaulichen Entwurf gegen zwei weitere Teams durch. Gemeinsam mit dem Freiraumplanungsbüro „chora blau“ (Hannover) und dem Verkehrsplanungsbüro „Planersocietät“ (Dortmund) entwickelte das Team einen überzeugenden Entwurf mit gründerzeitlichen Ansätzen einer Blockrandbebauung im Quartierskern, sich zum Wasser öffnenden Blöcken und einer Abfolge von drei städtischen Plätzen und einem großen Quartierspark in der westlichen Spitze des Gebietes.
Städtebau
Durch die geschickte Anordnung von Blockrandbebauung, sich zum Quartiersrand öffnenden Baufeldern, dem bewussten Bruch von klaren Straßenfluchten und der Aufweitung und Verjüngung von Straßenräumen, entstehen spannende Raumabfolgen und Plätze im Quartier. Die Blöcke entwickeln sich aus einer Addition mehrerer Gebäudetypen, zum Teil in einer seriellen Bauweise geplant, welche sich in ihrer Erscheinung differenzieren und auch durch eine Diversität in der Geschossigkeit (3-7 Geschosse) eine Topografie in der Stadtsilhouette bilden. Rückstaffelungen an Plätzen und engeren Straßen lockern den Stadtraum und bieten den Bewohnenden trotz robuster Dichte mehr Himmel und räumliche Weite.
Architektur
Die genannten seriellen Bausteine entwickeln sich aus 5 Gebäudetypen, welche in unterschiedlicher Anzahl eine Wiederholung im Quartier finden. Durch eine Varianz im Fassadenkleid findet diese Wiederholung nicht augenscheinlich, sondern in zweiter Ebene statt. Bausteine an den Baufeldecken, welche oftmals keine rechten Winkel bilden, werden Individualisten genannt und gelten, wie im gründerzeitlichen Städtebau, als Abschluss und besonderes und einprägsames Bauwerk. Die Materialität der Fassaden hat den Schwerpunkt Klinker, wie auch schon im 1. Bauabschnitt, allerdings werden auch andere Materialien und Farben geplant, um im öffentlichen Raum eine Diversität und Orientierung zu erzeugen.
Mobilität
Zur Senkung von Baukosten und im Sinne der Nachhaltigkeit über ressourcenschonende Bauweise, wird größtenteils auf den Bau von Tiefgaragen verzichtet. Stellplätze für Pkw wurden deutlich reduziert und werden zu einem hohen Anteil in einem sogenannten Mobility-Hub angeboten. Der Hub bietet neben einem Parkhaus für rund 500 Fahrzeuge und Fahrradabstellanlagen auch eine Busendhaltestelle im Gebäude, eine Kita und studentisches Wohnen in den Obergeschossen. Das gesamte Quartier ist autoarm und fahrradfreundlich geplant.
Nachhaltigkeit und Energie
Die Wasserstadt Limmer ist an das Fernwärmenetz der enercity AG angeschlossen und es ist geplant, einen großen Abwasserwärmetauscher in einem Abwassersammler zu installieren, welcher das Quartier kreuzt. Allein durch diese Maßnahme werden zukünftig ca. 70 % des Wärmebedarfs des gesamten Quartiers durch nachhaltige Energiegewinnung abgedeckt. Mindestens 50 % der Dachflächen werden mit Photovoltaik ausgestattet.
geplante Bauzeit:
2027 – 2034
Nutzungsart:
Wohnen (Miete, geförderte Wohnungen & Eigentum), studentisches Wohnen, Kita, Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, Mobility-Hub
Flächen:
BGF: ca. 193.000 m²
Grundstücksfläche: ca. 136.000 m² (ca. 237.800 m² 1.-3. BA)
Wohnungen:
mind. 1.350 Wohnungen
Zertifizierungen:
Fortführung DGNB-Quartierszertifikat wird angestrebt
Fortschrittliches Mobilitäts-Konzept:
Fokus Modal-Split, Stärkung Radverkehr, keine Kfz-Stellplätze im öffentlichen Raum, 9 von 12 Baufeldern ohne Tiefgarage, Mobility-Hub mit Parkhaus, Endhaltestelle ÖPNV, Kita und studentischem Wohnen.
Besonderheiten:
Planungs- und Bauvereinfachungen durch Anteil seriellen Bauens.
Abwasserwärmetauscher in großem Abwassersammler, erzeugt ca. 70 % des Wärmebedarfs des gesamten Quartiers.
Wasserstadt Limmer GmbH & Co. KG
MONADNOCK (Städtebau), chora blau Landschaftsarchitektur
GP Hoch- und Ingenieurbau GmbH






