Wasserstadt Limmer Hannover – Industriegebäude

REBUILD WASSERKANTE – Transformation der Uferzone der Wasserstadt Limmer

Der Entwurf ersetzt das Bestandsgebäude durch zwei separate Baukörper: W8 übernimmt die identitätsstiftende Rolle des historischen Baus, W9 fungiert als verbindendes, zurückhaltendes Element zum denkmalgeschützten, zu erhaltenen Verwaltungsgebäude. Zwischen beiden entsteht ein Freiraum, der Markt- und Quartiersplatz mit der Uferpromenade verknüpft und zugleich die Eigenständigkeit der Gebäude betont.

W8 liegt parallel zum Kanal, übernimmt Dimensionen und Höhen des Bestands, rückt jedoch zwei Meter nach Osten, um Promenade, Abstandsflächen und Belichtung des 2.BA zu sichern. W9 orientiert sich am Marktplatz, knickt westlich zum Kanal und nimmt so die Ausrichtung des 2.BA auf. Dadurch entstehen zwei Fassadenabschnitte: eine Adresse zum Platz und eine Erschließungsseite. Der Knick öffnet den Zwischenraum zusätzlich Richtung Platz.

W8 ist als Wohnungsbau mit sieben Vollgeschossen, Mansarddach in Holzbauweise und Dachgeschoss mit Abstellräumen geplant. Das Erdgeschoss beleben Atelierwohnungen, Gewerbe, Gastronomie und ein Kulturtreff. Die vier Haupterschließungskerne sind quartiersseitig angeordnet und über Fahrradfoyers erschlossen, zwei davon zusätzlich über einen zweigeschossigen Durchgang, der die geplante Fuß- und Radbrücke aufnimmt. Diese wird von Treppen flankiert, die den 2.BA mit der Promenade verbinden.

Installationsbereiche liegen kompakt an den Kernen, wodurch flexible Wohnflächen zur Fassade entstehen. Durchlaufende Loggien an Ost- und Westseite in zweiter Ebene prägen die Mitte des Gebäudes, verweisen auf turmartige Kopfbauten des Bestands und akzentuieren die Brücke. Die Fassade besteht aus Klinkermauerwerk mit Lisenen, Gebäudeköpfe und Mitte erhalten zusätzliche Mauerwerksakzente. Oberhalb des Durchgangs werden Zierelemente des Bestands integriert.

W9 ist ein fünfgeschossiges Bürogebäude, dessen Erdgeschoss eine Kita aufnimmt. Beide Eingänge orientieren sich zum Marktplatz. Die Kita verfügt über ein durchgestecktes Foyer, das Gemeinschafts- und Personalbereiche bündelt und zu modular aufgebauten Gruppenräumen mit Außenspielfläche am Kanal führt. Der zentrale Erschließungskern mit Lobby und Fahrradfoyer erschließt die Büros. Die Zufahrt zur gemeinsamen Tiefgarage liegt im Westen, sodass Marktplatz und vorgelagerte Straße frei von Autoverkehr bleiben.

Die Fassade von W9 ist zurückhaltend gestaltet: Klinkermauerwerk mit Mineralwolldämmung, vertikale Lisenen im 3,25m-Raster und ein markanter Dachrand, der die Traufhöhe des Verwaltungsgebäudes aufnimmt. Die Konstruktion ermöglicht flexible Grundrisse. Mehrere Installationsbereiche pro Ebene erlauben variable Anordnungen von Sanitär- und Technikflächen, sodass unterschiedliche Nutzungsszenarien leicht umsetzbar sind.

Geplante Bauzeit:
2027 – 2029

Nutzungsart:
Wohnen (Miete, geförderte Wohnungen), studentisches Wohnen, Kita, Gewerbe, Gastronomie, Kulturtreff

Flächen:
BGF: ca. 24.000 m²
Grundstück: ca. 6.800 m² (ca. 237.800 m² 1.-3. BA)

Wohnungen:
150 Wohnungen (+ studentisches Wohnen)

Bauherr:
Wasserstadt Limmer GmbH & Co. KG
Architekt:
Max Dudler GmbH,
Seeberger Walenta Architekten BDA PartG mbB (Gewinner Architekturwettbewerb)
Generalunternehmen:
GP Hoch- und Ingenieurbau GmbH

Projektgalerie

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