Stadtentwicklung in Deggendorf

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Dr. Christian Moser
Oberbürgermeister Kreisstadt Deggendorf
© Kreisstadt Deggendorf

Sehr geehrte Damen und Herren,

Städte und Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen und Aufgaben, deren konsequente Verfolgung teils Zielkonflikte hervorrufen: neben der Haushaltskonsolidierung, die die Handlungsfähigkeit der Kommunen dauerhaft sichert, bedarf es der fortgesetzten und nachhaltigen Bearbeitung der Themenfelder Digitalisierung, Klimaschutz und Klimaanpassung wie auch die Schaffung von Wohnraum zu bezahlbaren Mieten. Gerade in Zeiten der weltweiten Pandemie sowie der Energieknappheit gilt es im Spannungsfeld der Erwartungen und finanziellen Möglichkeiten des öffentlichen Dienstes Abwägungsentscheidungen zu treffen, innovative Lösungsansätze zu nutzen und agile Netzwerke aufzubauen, die dabei unterstützen, negative Folgen weitgehend abzufedern.

Auch die Große Kreisstadt Deggendorf steht als regionales Zentrum im ländlichen Raum Ostbayerns vor diesen Fragen. Vor allem die sich niederlassenden Gewerbebetriebe und die stetig wachsende Technische Hochschule erzeugen einen gewissen Zuzugsdruck, dem die Stadt durch die bedarfsgerechte Bereitstellung von Wohnraum begegnen muss, um eine Abwanderung in das nähere Umland und damit steigende Pendelverkehre zu vermeiden. Neben der kernstadtnahen Neuausweisung von Bauland ist auch die stetige Nachverdichtung von Bedeutung für die Schaffung von Wohnraum – jedoch stets im verträglichen Maße, um gewachsene Strukturen in den Quartieren und damit deren Charakter insgesamt erhalten zu können. Dies ist ein wichtiges Thema, um die Akzeptanz der Nachverdichtung bei der bereits im Quartier lebenden Anwohnerschaft zu erhöhen. Immer wieder wird von der Bedeutung der Nachverdichtung im Siedlungsbestand gesprochen, doch wir erleben es nur selten, dass diese ohne Konflikte in der unmittelbaren Nachbarschaft abläuft. Weiter haben wir Kommunen die Erfahrung gemacht, dass die vorhandene Infrastruktur der Nachverdichtung nicht gewachsen ist. Dann bedarf es zusätzlicher Investitionen in deren Ausbau, etwa was die Stromversorgung oder die funktionsfähige Abwasserbeseitigung betrifft. Folgekosten für Kommunen, die häufig erst erkannt werden, wenn Probleme, wie etwa bei Starkregenereignissen auftreten.

Für Städte und Gemeinden bedeutet dies nicht nur langfristig parallel zur Stadtentwicklung die erforderliche Infrastruktur über Jahre zu planen, sondern zugleich auf die sich wandelnden Umweltbedingungen zu reagieren. Innenstädte heizen sich immer mehr auf, während die zunehmende Versiegelung von Flächen für eine Überlastung der Stadtentwässerungsanlagen verantwortlich zeichnet. Die Stadt Deggendorf ist deshalb in das Modellvorhaben „Klimaanpassung im Wohnungsbau“, ein Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr eingestiegen, das sich zum Ziel setzt, im Rahmen des experimentellen Wohnungsbaus, die Möglichkeiten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im bezahlbaren und geförderten Wohnungsbau beispielhaft aufzuzeigen.

Die Gebäude und ihre Freiflächen sollen durch einfache, aber wirksame Maßnahmen an die neuen klimatischen Bedingungen wie gestiegene Durchschnittstemperaturen oder extreme Niederschlagsereignisse angepasst werden. Das Modellprojekt ist als Bauvorhaben des öffentlich geförderten Wohnungsbaus stets im Spannungsfeld zwischen technisch Möglichem und wirtschaftlich Umsetzbarem zu betrachten und zu planen.

Dadurch ergibt sich das Potenzial, mehrere der in Konflikt stehenden strategischen Ziele von Kommunen zu vereinen und vorhandene Synergien entsprechend zu nutzen. Schließlich sollen die Modellprojekte nach deren Abschluss als nachahmungsfähige Prototypen des modernen, sozialgerechten Wohnungsbaus dienen und anderen Kommunen als gelungenes Praxisbeispiel dienen – ganz im Zeichen einer nachhaltigen Zukunft.
Herzlichst

Dr. Christian Moser
Oberbürgermeister Kreisstadt Deggendorf