Das Green Building der nächsten Generation: Der Lebensmittelhändler REWE geht mit seinem zukunftsweisenden, kreislauffähigen Supermarktkonzept in Serie. Im Berliner Süden – in der Malteser Straße in Lankwitz – entsteht bis zum Frühjahr 2026 das zweite REWE Green Farming in Deutschland. Am 28. März 2025 starteten die Arbeiten an dem visionären Neubau.
Charakteristisch für das Lebensmittelgeschäft mit gläserner Dachfarm ist die modulare Holzbauweise mit einem Tragwerk aus massiven Stützen. Über der imposanten Markthalle aus Holz und Glas wird das Berliner Unternehmen ECF Farmsystems die größte Dachfarm der Hauptstadt betreiben und Salat anbauen. Holz spielt eine zentrale Rolle beim REWE Green Farming in Berlin. Durch den Einsatz heimischer Nadelhölzer werden rund 930 Tonnen CO2-Äquivalent gespeichert. Ein Kubikmeter des Bauholzes wächst im Wald innerhalb von dreißig Jahren wieder nach und die CO2-Bilanz wird ausgeglichen.
Frische Lebensmittel vom Dach
Das Berliner Unternehmen ECF Farmsystems steht für innovative Lebensmittelproduktion im städtischen Raum. Mit der Entwicklung und dem künftigen Betrieb der 2.760 Quadratmeter großen Dachfarm auf dem REWE-Markt in Berlin setzt ECF ein starkes Zeichen für nachhaltige, regionale Erzeugung. Im REWE Green Farming sollen künftig ganzjährig über 900.000 frische Salatmischungen geerntet und mehr als Supermärkte in der Hauptstadtregion und darüber hinaus beliefert werden. Der Anbau erfolgt in einem hydroponischen System – nahezu ohne Erde und vollautomatisiert. Alle Wachstumsbedingungen sind präzise auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt und werden elektronisch gesteuert. Durch eine tägliche Ernte zum optimalen Reifezeitpunkt und sehr kurze Wege zu den Märkten ermöglicht die Dachfarm eine klimaunabhängige Produktion und herausragende Produktqualität.
Nachhaltige Holzkonstruktion
Bei der modularen Holzbauweise des REWE Green Farming kommt dreieinhalb Mal so viel heimisches Holz zum Einsatz wie in den bisher gängigen REWE Green Buildings. Rund 1.450 Kubikmeter des Naturmaterials werden in den kommenden Monaten verbaut und reduzieren den Bedarf an Beton um etwa 25 Prozent. 72 Stützen mit Kapitellen aus gestapelten Hölzern formen das Tragwerk und sorgen für eine Gewölbestruktur im Inneren. Sie reihen sich in einem Abstand von acht Metern aneinander und schaffen in dem 2.150 Quadratmeter großen Supermarkt bei einer Deckenhöhe von sieben Metern eine natürliche, luftige Atmosphäre. Durch große Fensterfronten und ein umlaufendes Lichtband einfallendes Tageslicht erhellt die Markthalle.
Das gesamte Holztragwerk wird vor Ort mittels Schraubverbindungen erstellt, auf dauerhafte Leim-/Klebeverbindungen wird verzichtet. Alle verwendeten Hölzer sind demontierbar. Sie lassen sich nach einem Rückbau wiederverwenden und müssen nicht ins Recycling. Untersuchungen in der Planungsphase haben gezeigt, dass durch den Einsatz von Holz im gesamten Lebenszyklus im Vergleich zu einem Referenzmarkt der DGNB rund 50 Prozent CO2 eingespart werden können.
Die primäre Holzkonstruktion ist darauf ausgelegt, dass ansässige Handwerker mit geringem Aufwand das Tragwerk vor Ort montieren können. Durch die Einfachheit des Tragwerkes mittels kurzer gestapelter Holzbalken wird auf Schwerlasttransporte verzichtet. Durch ausbleibende Schwerlasttransporte werden Auswirkungen, wie Lärm, Staub, Erschütterungen und Verkehrsbeeinträchtigungen, auf die umliegende Nachbarschaft reduziert.
Das REWE Green Farming Berlin hat eine Bruttogeschossfläche von rund 6.500 Quadratmetern. Neben dem Gewächshaus wird das Supermarktdach für weitere umweltrelevante Funktionen genutzt. Neben einem Gründach wird eine Photovoltaikanlage mit rund 200 Modulen montiert. Die Gestaltung der Außenanlagen mit heimischen Pflanzen dient auch dem Schutz für Insekten und Kleintiere. Rund um das REWE Green Farming wird es über 90 begrünte Stellplätze mit versickerungsfähigem Pflaster geben, ein Teil davon ausgestattet mit E-Ladesäulen. Direkt vor dem Markt sind Stellplätze für Fahrräder sowie Lastenräder vorgesehen.
Effizientes Energiekonzept
REWE setzt auf 100 Prozent Grünstrom im REWE Green Farming Berlin. Dank LED-Beleuchtung, verglasten Kühlregalen und einer intelligenten Temperatursteuerung ist die Haustechnik äußerst energieeffizient. So wird die entstehende Abwärme der Kühlanlagen bei Bedarf zum Heizen des Marktinneren genutzt. Regenwasser sammelt sich in einer Zisterne und dient zur Bewässerung der Dachfarm. Für den sommerlichen Wärmeschutz wird mit konstruktivem Sonnenschutz durch auskragende Dachüberstände gearbeitet, so dass der Kühlbedarf des REWE-Marktes reduziert wird. In Abstimmung mit einem Artenschutzgutachter wurden die vertikalen Glaselemente der Dachfarm mit Vogelschutz gestaltet. Die weiteren Glasfassaden wurden ebenfalls geprüft und zur Ausführung freigegeben.
Unter dem Holzdach der Markthalle werden mehr als 20.000 verschiedene Produkte Platz finden. Frische Lebensmittel machen einen Großteil des Angebots aus. Dazu zählen regionale Produkte ebenso wie solche in Bio-Qualität. Das stark gewachsene pflanzliche Sortiment wird im REWE-Markt prominent vertreten sein.
Bauweise der Zukunft
Das REWE Green Farming ist eine Weiterentwicklung des Green Building-Konzeptes des Handelsunternehmens. In den vergangenen 16 Jahren hat REWE über 400 Green Buildings bundesweit errichtet – das erste 2009 in Berlin-Rudow. 2021 folgte mit dem REWE Green Farming in Wiesbaden Erbenheim der erste Schritt auf dem Weg in die Zukunft des kreislauffähigen Supermarktbaus. Gemeinsam mit dem Londoner Architekturbüro acme schuf REWE den Prototypen für seine künftigen Märkte. Der Bau des REWE Green Farming Berlin läutet den Start ein für die neue Musterbaubeschreibung des Händlers: Ein anpassungsfähiges und umweltbewusstes Marktkonzept, das sich dank der modularen Bauweise an die unterschiedlichsten Standortfaktoren anpassen lässt. Dachfarmen sind dabei eine optionale Form der Dachnutzung an dafür geeigneten Standorten.
Baustart:
März 2025
(geplante) Fertigstellung:
Frühjahr 2026
REWE Markt GmbH - Zweigniederlassung Ost
acme, CS Architekten
Dreßler Bau GmbH




