Vom Bürostandort zum Bildungscampus: Die Transformation der „Lateral Towers“
Im Frankfurter Stadtteil Hausen entstand aus einem ehemaligen Bürokomplex ein neuer Bildungscampus für rund 3.200 Schülerinnen und Schüler. Die umgebauten „Lateral Towers“ bieten Raum für das Neue Gymnasium Frankfurt, das Stadtgymnasium Frankfurt sowie temporär für die Julius-Leber-Schule. Das Projekt verdeutlicht, welches Potential in der Umnutzung großvolumiger Bestandsimmobilien liegt – insbesondere in der Schaffung dringend benötigter sozialer Infrastruktur.
Umwidmung zum multifunktionalen Schulstandort
Kern des Projekts ist die Umwidmung eines ursprünglich monostrukturellen Bürokomplexes zu einem multifunktionalen Bildungscampus. Die rund 40.600 Quadratmeter Schulfläche verteilen sich auf acht miteinander verbundene Gebäudeteile. Entstanden sind vielseitige Lern- und Aufenthaltsbereiche mit offenen Unterrichtsflächen, naturwissenschaftlichen Fachräumen, Musik- und Kunsträumen sowie gemeinschaftlich genutzte Bereichen wie Aula, Mensa und Veranstaltungsflächen.
Die Transformation macht zugleich die unterschiedlichen Anforderungen von Büro- und Schulnutzungen deutlich: Während Bürogebäude auf eine gleichmäßige Belegung ausgelegt sind, entstehen im Schulbetrieb deutlich höhere Nutzungsdichten und starke Frequenzspitzen. Dafür wurden eine vollständig neue Erschließungslogik entwickelt und zehn zusätzliche außenliegende Fluchttreppenhäuser sowie zwei neue Haupttreppenhäuser errichtet. Ergänzend dazu erfolgten umfangreiche brandschutztechnische und akustische Anpassungen. Ein neues Wegeleitsystem unterstützt die Orientierung innerhalb der Gebäude und kennzeichnet gleichzeitig gemeinschaftlich genutzte Bereiche.
Bestand gezielt weiterentwickelt
Ein wesentlicher Vorteil des Bestandsgebäudes lag in seinen baulichen Grundparametern: Deckenhöhen, Gebäudetiefen, Belichtung, die weitgehende Barrierefreiheit sowie bestehende Sanitärbereiche ermöglichten eine wirtschaftliche und schnelle Umnutzung.
Ergänzt wurde der Campus durch großzügige Freiflächen und Sportanlagen. Neben Pausen- und Bewegungsflächen entstanden grüne Klassenzimmer, Hochbeete und Obstgärten als zusätzliche Lern- und Aufenthaltsorte im Außenraum. Ebenso wird eine neue zweigeschossige Sechsfeld-Turnhalle künftig neben dem Schulbetrieb auch dem Vereinssport zur Verfügung stehen.
Auch die Mobilität wurde neu strukturiert: 982 neue Fahrradstellplätze ergänzen 147 Pkw-Stellplätze und stärken die fußläufige und fahrradbezogene Erreichbarkeit. Gleichzeitig leistet das Projekt durch den Erhalt großer Teile der Gebäudestruktur einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Der Bestandserhalt bewahrt graue Energie und wird durch begrünte Dachflächen, eine Photovoltaikanlage und die Weiternutzung bestehender Infrastruktur ergänzt.
Schnelle Umsetzung im Bestand
Zwischen Mietvertragsabschluss mit der Stadt Frankfurt im November 2023 und der vollständigen Übergabe der Gebäude sowie Außenanlagen Ende Mai 2026 liegen lediglich rund zweieinhalb Jahre – deutlich weniger Zeit, als ein vergleichbarer Schulneubau benötigt hätte. Grundlage dafür waren die hohe bauliche Qualität des Bestands sowie die frühe und jederzeit lösungsorientierte Abstimmung aller Projektbeteiligten mit den zuständigen Behörden sowie der Stadt Frankfurt als Mieterin.
Projektstart:
IV/2023
Fertigstellung:
Eröffnung in 3 Phasen zwischen Juli 2024 und August 2026, Sporthalle 2027/2028
Nutzungsart & Mietflächen:
Schulen (rund 40.600 m²) und Sechsfeld-Turnhalle (5.500 m²) mit 147 PKW-Stellplätze und 982 Fahrrad-Stellplätze
CELLS Property Investors GmbH
Fuchshuber Architekten




