Modernes Seilbahnprojekt am Ochsenkopf

Bischofsgrün: Neue Kabinenseilbahnen verbinden Nord- und Südseite

Am Ochsenkopf im Fichtelgebirge entsteht eines der modernsten Seilbahnprojekte Deutschlands. Zwei kuppelbare 10er-Kabinenseilbahnen auf der Nord- und Südseite des Berges ersetzen die bisherigen Anlagen und eröffnen eine neue Ära für Wanderer, Skifahrer und Mountainbiker. Die ambitionierte Bauzeit und der Standort in einem Wasserschutzgebiet stellen dabei besondere Anforderungen an Planung und Ausführung.

Los 1: Modernisierung der Nordseite

Der erste Bauabschnitt umfasst den Abbruch der alten Stationen und Seilbahn auf der Nordseite sowie den Neubau von drei hochmodernen Stationsgebäuden. Diese bieten Räume für Personal, die Bergwacht und öffentliche WCs.

Die neue Seilbahn wird mit 40 Kabinen ausgestattet, die auf einer Strecke von 2.178 Metern einen Höhenunterschied von 359 Metern überwinden. Die Anlage umfasst insgesamt 17 Stützen sowie drei Stationen, darunter eine Garagierungshalle mit Platz für 50 Kabinen. Die Förderkapazität der Anlage umfasst mit den bereits angebrachten 40 Kabinen, 1.600 Personen pro Stunde und kann im Endausbau mit 50 Kabinen 2.000 Personen in der Stunde befördern.

Los 2: Zukunftsfähige Südseite

Auch auf der Südseite werden die alten Anlagen vollständig zurückgebaut. Hier entstehen ein neues Stationsgebäude und ein Anbau an die bereits neu errichtete Bergstation mit ähnlicher Ausstattung wie auf der Nordseite. Die neue Seilbahn mit 21 Kabinen und einer Förderleistung von 1.000 Personen pro Stunde erstreckt sich über 1.863 Meter und bewältigt einen Höhenunterschied von 250 Metern.
Für den Betrieb werden elf Stützen, eine Ergänzung der Ein- und Ausstiegsebene an der Bergstation und eine neue Talstation gebaut, ergänzt durch eine Garagierungshalle mit Platz für 25 Kabinen, die zusätzlich Fahrradhalterungen bieten – ein besonderes Highlight für Mountainbiker.

Herausforderungen und Besonderheiten

Die insgesamt kurze Bauzeit von nur 20 Monaten erfordert höchste Effizienz und Präzision. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem schlüsselfertigen Bau der Stationen, sondern auch auf der Logistik: Die gesamte Baustelle befindet sich in einem Naturschutzgebiet, ab der Mittelstation sogar in einem Wasserschutzgebiet.

Die Bauarbeiten erfordern daher den Einsatz von Fahrzeugen mit biologisch abbaubaren Betriebsstoffen und die Einhaltung strenger Umweltauflagen. Um die 17 Stützen der Nordbahn und elf Stützen der Südbahn zu erreichen, wurden insgesamt 7.000 Quadratmeter Behelfswege angelegt. Diese müssen nach Fertigstellung entweder zurückgebaut oder als Rettungswege weitergenutzt werden – eine Aufgabe, die in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden erfolgt.

Präzision und Innovation

Die Anforderungen an die Ausführung sind hoch: Bei den Fundamenten der Stützen dürfen Abweichungen von der Fluchtlinie maximal zwei Zentimeter betragen – eine echte Herausforderung im unwegsamen Gelände. Die Verbindung von innovativer Technik, nachhaltigem Bauen und hohem Zeitdruck macht das Projekt am Ochsenkopf zu einem Vorzeigevorhaben im modernen Seilbahnbau.

Bauzeit:
03/2023 bis 12/2024

Nordseite:
2.178 m Strecke
359 m Höhenunterschied
3 Stationen
40 Kabinen
2.000 Personen pro Stunde
Garagierungshalle für 50 Kabinen

Südseite:
1.863 m Strecke
250 m Höhenunterschied
21 Kabinen
1.000 Personen pro Stunde
Garagierungshalle für 25 Kabinen mit Fahrradhalterungen

Bauherr:
Zweckverband zur Förderung des Fremdenverkehrs und Wintersports im Fichtelgebirge
Architekt:
Becher & Partner Architekten
Generalunternehmen:
ARGE Ed. ZÜBLIN AG - Direktion Ost, Bereich Bayreuth und Leitner GmbH

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