Bezahlbaren Wohnraum in begehrter Lage schaffen: Das Homburger Modell

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Alexander W. Hetjes
Oberbürgermeister Homburg v.d. Höhe
© Stadt Bad Homburg v. d. Höhe / Vero Bielinski

Bad Homburg v. d. Höhe ist eine Kreisstadt mit rund 55.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, gelegen zwischen der Metropole Frankfurt am Main und den vorderen Taunushängen. Als Kurstadt mittlerer Größe mit einer hohen Lebensqualität und lebendigen Infrastruktur können wir uns glücklich schätzen, zu den begehrtesten Lagen im Rhein-Main-Gebiet zu zählen. Aus diesen geografischen und sozioökonomischen Faktoren ergeben sich allerdings auch einige Herausforderungen in der städtebaulichen Entwicklung Bad Homburgs.

Zum einen ist die Anzahl der noch bebaubaren Grundstücke vergleichsweise gering. Bad Homburg verfügt weder über großen geografischen Expansionsraum, noch über mögliche Konversionsflächen, etwa in Form von ehemaligen militärischen Anlagen. Auf der anderen Seite sind gerade aufgrund unserer attraktiven Lage Nachfrage und Grundstückspreise sehr hoch. Daraus ergibt sich ein asynchrones Verhältnis von geringer Fläche zu hoher Investitionsbereitschaft.

Um der Nachfrage nach Wohnraum trotzdem gerecht zu werden, bedarf es verschiedener Ansätze. Neben der Erschließung von Neubaugebieten ist die Entwicklung von bestehenden Flächen im Stadtgebiet ein wichtiges Thema. Als Stadt sind wir auch dazu bereit, bürokratische und wirtschaftliche Hürden zu überwinden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ein Beispiel: Nach der Schließung hat die Stadt Anfang der 2000er-Jahre das Grundstück der Firma Vickers Systems GmbH erworben, welches im rechtskräftigen Bebauungsplan allerdings als Gewerbegebiet ausgewiesen war. Im Zuge der Umwidmung in ein Wohngebiet musste die Stadt nochmal einen kräftigen Nachschlag an den Vorbesitzer des Grundstücks bezahlen. Doch das ist es uns wert.

Anfang 2021 hat die Stadt das 2,6 Hektar große Areal dann an einen Investor verkauft, der dort 285 Wohneinheiten, einen Nahversorger und eine Kindertagesstätte errichten lässt. Die Schaffung dieser Infrastruktur wie auch die Verpflichtung zur Schaffung von 30 Prozent gefördertem beziehungsweise preisvergünstigtem Mietwohnungsbau für niedrige und mittlere Einkommensgruppen waren eine Grundvoraussetzung in der Ausschreibung.

Mit dem Hühnerstein errichtet die Stadt im ländlich geprägten Stadtteil Ober-Erlenbach derzeit ein Neubaugebiet, dessen Schwerpunkt auf der Schaffung von Wohnraum für junge Familien liegt. Der überwiegende Teil der rund 300 Einheiten sind familientypische Wohnformen wie Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. Eine Kita wird auf dem durch großzügige Grünflächen gegliederten Areal ebenfalls entstehen. 53 Einfamilienhäuser sind dabei für sogenannte Schwellenhaushalte vorgesehen. Somit soll auch einkommensschwächeren Familien die Möglichkeit auf ein Eigenheim gegeben werden.
Eine Besonderheit zur Sicherung von bezahlbarem Wohnraum ist die direkte Förderung betroffener Einzelpersonen und Familien durch die Kommune: Mit dem „Homburger Modell“ bieten wir Bürgerinnen und Bürgern einen städtischen Mietzuschuss als freiwillige soziale Leistung. Diese Zuschüsse sind insbesondere für Mieterinnen und Mieter vorgesehen, die knapp über den Einkommensgrenzen liegen, die für die Ansprüche auf staatlichem Wohngeld gelten. Denn oft haben auch Menschen Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt, die keine staatlichen Zuwendungen erhalten. Andere Kommunen überlegen bereits, dem Beispiel Bad Homburgs zu folgen und ebenfalls einen städtischen Mietzuschuss einzuführen.

In Bezug auf Klimaschutz setzt die Stadt Bad Homburg bei eigenen Liegenschaften unter anderem auf Passivhausstandards sowie auf die Errichtung kleiner Photovoltaik-Anlagen, mit dem Ziel, möglichst viel von dem erzeugten Strom selbst zu nutzen. Privaten Hausbesitzerinnen und -besitzern bietet die Stadt mit dem Solarkataster die Möglichkeit an, sich über die Eignung der Dachflächen des eigenen Gebäudes für die Installation einer Photovoltaikanlage oder Solarthermieanlage zu informieren. Bei der Vergabe von städtischen Aufträgen an private Bauunternehmen sind Nachhaltigkeit und klimafreundliches Bauen elementare Komponenten.

Um das Thema Klimaschutz in allen städtischen Bereichen ausreichend zu berücksichtigen, hat die Stadt Bad Homburg als eine der ersten Kommunen in Deutschland jüngst den Posten eines Nachhaltigkeitsdezernenten eingerichtet.


Von Alexander W. Hetjes
Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe